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Montag, 5. Dezember 2011

Aggressivität bei Hunden - Teil 2 - Was tun?

Was tun, wenn Hundi vor der Schüssel steht und dich anknurrt??



In Situationen, in denen der Hund bestimmen will und dies durch Knurren, Brummen (nicht zu verwechseln mit dem genüsslichen Brummen, wenn er gekrault wird ;)...), Zähne fletschen, Lefzen hochziehen, Schnappen, Beissen und dies durch Körpersprache auch dementsprechend klar macht, heisst es also erstmal: Selbst wieder die Führung übernehmen! (Wie man die übernimmt kommt auch noch ;)..) Je nach Intensität der Aggression ist es wichtig, dem Hund nicht in die Augen zu schauen, aber trotzdem energisch in Grenzen zu weisen. Still stehen bleiben, nicht weiter reizen, aber bestimmt die Führung übernehmen ist eine Kunst, die nicht jeder kann. Daher bei ernsten Fällen bitte erfahrene Trainer zu Rate ziehen. Es ist enorm wichtig, dies nicht abzutun als: „So ist er halt. Da muss MAN vorsichtig sein.“ Oft breitet sich dieser Besitzanspruch unbehandelt weiter aus. Im Falle der Hundeschüssel würde man die Schüssel (samt Futter ;)..) erstmal für sich in Anspruch nehmen und ganz klare Regeln setzen, wann der Hund dieses wieder anrühren darf. So findet man für jede Situation die richtige Lösung. Wichtig ist, dass man viel Hundeerfahrung hat, um die Situation richtig deuten und lösen zu können. So wird mit Leckerlies z.B. viiiel kaputt oder falsch gemacht, wenn zum falschen Augenblick damit gelobt wird. Oft erlebe ich auch, wenn Besitzer ihrem völlig aufgebrachten Hund säuselnd sagen: „Ist ja gut. Jetzt sei halt still. Der Wuffi tut dir ja nix. Schau, dass ist doch Blablabla. Die kennst du doch.“ ...und somit leider bestärkt (weil gelobt) hat in dieser Situation. In hundisch übersetzt heisst das soviel wie: „Mach weiter so, mein Guter. Finde ich gut, was du tust.“

Also zusammengefasst...wenn der Hund aggressives Verhalten zeigt:
- nicht in die Augen schauen (könnte sonst einen Angriff provozieren)
- still stehen bleiben (zum Hund gehen kann einen Angriff provozieren, weil der Hund sich angegriffen fühlt; Weggehen kann auch einen Angriff provozieren, weil der Hund denkt, man will flüchten...bzw. sich unkontrolliert im Revier bewegen)
- bei akuter Beissgefahr versuchen einen Gegenstand zwischen sich und Hund zu nehmen (z.B. Stuhl, Kleidung, etc.) und versuchen abzulenken auf positives – erfahrenen Trainer bestellen!!!
- ansonsten gilt bei kleinsten Zeichen: korrigieren und wieder Führung übernehmen (nicht unbedingt in der aggressiven Situation, aber insgesamt...dann bessert sich der Rest automatisch)!
- notfalls Hundetrainer bestellen, der sich das Ganze anschaut und hilft zu korrigieren. Gerne kannst du dich auch an mich wenden.


Teil 3 folgt in Kürze...

Mittwoch, 30. November 2011

Aggressivität bei Hunden - Teil 1

Jeder kennt es und doch nur wenige wissen wie man damit umgeht – Aggressivität bei Hunden. Ob man am Tor vorbeigeht und angebellt wird oder ein Zähne fletschen, wenn man in die Nähe des Futters kommt...die Bandbreite von aggressivem Verhalten ist groß.

Aggression ist eigentlich nichts anderes als die Körpersprache, die da sagt: „Das mag ich nicht. Lass mich in Ruhe.“ Oder: „Lass das in Ruhe. Das ist meins.“ Oder: „Ich bin unsicher. Bitte sei vorsichtig.“ Oderoderoder.... Sie ist genau das gleiche, wenn wir im Brummton sagen: „Nein! Pfui.“ O.ä. Sie ist wie die Unterwürfigkeitsgeste einfach eine Art Signal für den anderen...nichts Schlimmes...und dient dazu, Kämpfe zu vermeiden. Schlimm wird es, wenn der Hund Rudelführer in seiner Familie sein „muss“ und er selbst seine Entscheidungen trifft, was gut ist und was nicht (und nicht verstanden wird...). In solchen Fällen knurrt er dann z.B., wenn man in die Nähe des Futters kommt oder wenn man ihn an der Leine hat und andere Hunde oder Menschen oder was auch immer vorbei kommen, die er dann anbellt, -knurrt, etc. Daher ist es wichtig, überhaupt zu verstehen wie sich Aggressivität äussert...nicht erst, wenn’s zu spät ist und das Loch in der Hose ist.... Es geht darum, die Aggressivität im Keim zu ersticken.



Gründe von Aggressivität


Es gibt viele Gründe von aggressivem Verhalten: Angst, Dominanz, Revierverteidigung, Unsicherheit, Frust, unbefriedigte Bedürfnisse,... Ein Hund, der ständig zuviel Energie hat, baut Frust auf, der sich auch durch aggressives Verhalten entladen kann. Es kann auch sein, dass der Hund Schmerzen hat und daher knurrt oder sogar zuschnappt. Wenn das gezeigte Verhalten also ganz neu ist, sollte man schauen, ob dem Hund evtl. etwas fehlt.

Aber wie erkennt man sie? Und was kann man dagegen tun?

Viele wissen, wenn ein Hund aus Angst, Unsicherheit, etc. zubeisst gilt er als aggressiv. Nur ist es dann leider schon zu spät :/. Die meisten jedoch wissen nicht, dass aggressives Verhalten viel mehr ist. Schon die steife Haltung, wenn sich zwei Hunde treffen, das Knistern in der Luft, das einem verrät, dass gleich was explodiert, kann der Anfang von Aggressivität sein. Zähne fletschen, leichtes Hochziehen der Lefzen, aber auch einfach „steif“ werden, Lefzen lecken, Gähnen, Kopf wegdrehen können u.a. die ersten Warnsignale sein. Das ist ihre Art warnen, was in einem Hunderudel alles klar macht, was er will. (Nur ein Hund, der dies nicht akzeptieren will, würde dann „den aggressiven Keim“ ersticken wollen und dagegen gehen. Der Rudelführer würde solche „Vorwitzigkeiten“ nicht dulden.) Erst, wenn Hunde denken, dass sie die Situation nicht anders lösen können (d.h. ihre kleinsten Signale nicht ernst genommen werden), schlagen sie zu. Ab wann sie das denken, hängt von der Erfahrung, die sie bis dahin im Leben gesammelt haben, aber auch von Rasse, Charakter oder Energielevel ab. So beissen die einen viel eher zu als andere. Retriever zeigen evtl. eher aggressives Verhalten, wenn es darum geht Besitz von Sachen zu ergreifen. Hunde, die zum Beschützen gezüchtet wurden, gehen u.U. erst gegen Menschen und andere Hunde.